Ultraschall-Schweißmaschine mit Sonotrode über einer metallischen Vorrichtung

Schweißen mit Ultraschall

Verschiedene Materialien wie Kunststoffe, Vliesstoffe, Verpackungen oder Metalle lassen sich mit Ultraschall schweißen. Wir erklären wie’s funktioniert!

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Was ist Ultraschall?

Vom Vogelgezwitscher über Töne, die Glas zerbersten lassen - Schall ist mehr als das, was wir mit den Ohren wahrnehmen können. Er entsteht bei der mechanischen Schwingung von Körpern. Wird beispielsweise eine Gitarrensaite angeschlagen, führt ihre Schwingung zu Druck- und Dichteschwankungen in der Luft, die sich - ausgehend von der Schallquelle - in alle Richtungen wellenförmig ausbreiten. Das funktioniert nicht nur in Luft, sondern in jedem elastischen Medium, also in Gasen, Fluiden und Festkörpern.

Ultraschall ist ein Beispiel dafür, dass Menschen nicht jede Art von Schall hören können. Geräuschlos kommen seine hochfrequenten Schallwellen in der Industrie und der Medizin zum Einsatz.

Schallwellen werden anhand ihrer Frequenz (Anzahl Wellen pro Sekunde) eingeordnet. Ultraschall z.B. reicht von 20 kHz bis 1 GHz. Beim Ultraschallschweißen kommen Frequenzen von 20 kHz bis 70 kHz zum Einsatz. Für das menschliche Gehör ist das gerade noch im untersten Bereich wahrnehmbar. Denn der Hörschall reicht nur von 16 Hz bis 20 kHz. Schwingungen darüber werden allenfalls als Vibrationen wahrgenommen.

Wie funktioniert Ultraschallschweißen?

Trifft Ultraschall auf ein Material (z.B. einen Kunststoff), werden die Molekülketten darin in Schwingung versetzt. Die Moleküle fangen an sich zu bewegen und reiben aneinander. Das erzeugt Energie (sogenannte Reibungswärme). Bei thermoplastischen Kunststoffen bewirkt dies, dass sie beginnen zu schmelzen. Ultraschallschweißen macht sich dieses Prinzip zu Nutze. Nach einer kurzen Haltezeit unter zusätzlichem Druck können verschiedene Materialien (Bauteile) auf Molekularebene in der Fügezone verschweißt werden.

Vorteile

Das Ultraschallschweißen bietet eine Reihe von Vorteilen gegenüber herkömmlichen Fügemethoden wie Kleben oder Gasschweißen:

  • Ultraschnell: In Sekundenbruchteilen werden die Materialien aufgeschmolzen und gefügt.
  • Konstant hohe Qualität: Präzise Regeltechnik sorgt für reproduzierbare, exakte und ansprechende Ergebnisse.
  • Flexibel: anpassbar auf unterschiedlichste Materialien, Formen und Prozesse.
  • Umweltfreundlich: Ultraschallschweißen ist sauber, energiesparend und produziert keine Abfallstoffe.
  • Kosteneffizient: kurze Prozesszeiten, geringer Energieverbrauch, keine zusätzlichen Hilfsmittel wie Schrauben, Kleber, usw.

Das Ultraschall-Schweißsystem

Das komplette Ultraschall-Schweißsystem besteht aus verschiedenen Komponenten. Die aktiven Komponenten erzeugen den Schall, leiten ihn weiter und tragen ihn in die Schweißteile ein. Die passiven Komponenten nehmen die entstehenden Kräfte auf, halten die Schweißteile in Position und unterstützen insbesondere die Schweißnaht (Stelle, an der die Bauteile aneinandergefügt werden).

Ultraschall-Schweißteile wie Sonotroden, Booster, Wandler, Vorrichtung und Steuergerät

Das Prinzip der Energiefokussierung

Um die Bauteile punktgenau zum Schmelzen zu bringen, muss die Schwingungsenergie in einem Punkt gebündelt werden. Das nennt man Energiefokussierung. An diesem bestimmten Punkt ist die Wärmeentwicklung am stärksten und es kommt zur Schmelze – für einen definierten Schweißvorgang bei geringem Energieverbrauch.

Arten der Energiefokussierung

Alles eine Frage der Form: Um die Schwingungsenergie an der richtigen Stelle zu bündeln, muss die Geometrie der zu verschweißenden Teile oder der Werkzeuge entsprechend ausgelegt sein. Bei der bauteilintegrierten Fokussierung bündeln Energierichtungsgeber (kurz: ERG) an den Werkstoffen selbst die Energie. Bei der fokussierenden Werkzeuggeometrie sind die Werkzeuge speziell geformt.

Nahtgestaltung

Bei der Nahtgestaltung wird die Energie durch die Form der Bauteile gebündelt. Eine Spitze oder Kante an der Fuge fungiert als Energierichtungsgeber (ERG) und konzentriert die Wärme für den Schweißvorgang.

Sonotrodendesign

Die Form der Sonotrode bündelt die Wärme an ihrer Spitze und unterstützt so den Schmelzvorgang. Dieses Verfahren wird z.B. beim Ultraschallnieten angewendet.

Amboss-Strukturen

Die Form des Werkzeugs ist entscheidend. Die Erhebungen auf dem Amboss bilden Kontaktpunkte, die die Energie bündeln und das Schmelzen bewirken. Dieses Verfahren wird hauptsächlich bei Folien, Vliesstoffen und Kartonverpackungen angewendet.

Die wichtigsten Prozessparameter beim Ultraschallschweißen

Dicht, fest und optisch ansprechend – für die perfekte Schweißnaht müssen Schweißwerkzeug, Material und Schweißprozess aufeinander abgestimmt werden. Die Einstellung macht‘s: Die richtigen Prozessparameter sorgen für optimale und reproduzierbare Ergebnisse.

Mit bloßem Auge nicht zu erkennen, schwingt das Schweißwerkzeug mit einer Amplitude zwischen 5 und 50 μm. Um die benötigte Leistung zu erreichen, wird die im Konverter erzeugte mechanische Schwingung durch das Amplitudentransformationsstück verändert.

Der Triggerpunkt definiert den Start des Schweißens: Die Sonotrode drückt mit der sogenannten Triggerkraft auf das Bauteil auf. Gibt dieses in einem bestimmten Zeitraum nur noch minimal nach, wird der Ultraschall ausgelöst und die Triggerkraft wechselt zur Schweißkraft. So bleibt der Startpunkt des Schweißens immer gleich und die Qualität der Ergebnisse konstant hoch.

Für gleichmäßige und dichte Schweißnähte muss der Schall mit Kraft in das Bauteil eingebracht werden. Wie hoch diese Kraft sein muss, hängt von Leistung, Fügefläche und Teilegröße ab.

Blitzschnell verbunden: Nachdem der Triggerpunkt erreicht und der Ultraschall ausgelöst ist, dauert der eigentliche Schweißvorgang nur Sekundenbruchteile. Die Schweißzeit endet, wenn ein vorher definiertes Abschaltkriterium erreicht ist.

Nach dem Ende der Schweißzeit werden die Bauteile kurz unter Druck gehalten. So können sie abkühlen und sich gleichmäßig verfestigen. Da sich das Schweißwerkzeug während des gesamten Vorgangs nicht erwärmt, unterstützt es den Abkühlprozess zusätzlich.

MATERIALS

Welche Materialien lassen sich mit Ultraschall verschweißen?

Grundsätzlich kann Ultraschall die meisten Thermoplaste (durch Hitze formbare Kunststoffe) verschweißen. Es gilt: je härter der Werkstoff, desto besser. Neben Kunststoffen sind unterschiedliche Nicht-Eisenmetalle wie Aluminium, Nickel, Messing und Kupfer für das Ultraschallschweißen geeignet.

Erfolgsgeschichten unserer Kunden

Gemeinsam mit unseren Kunden lösen wir weltweit über 1.500 Anwendungen im Jahr. Lesen Sie in unseren Customer Storys, wie unsere Ultraschall-Lösungen sie dabei unterstützen, sicherer, effizienter und nachhaltiger zu produzieren.

Orange isolierte Kupferkabel mit freigelegten Litzenenden, die an flache Kupferschienen angeschlossen sind.
Ultraschallschweißen für hervorragende elektrische Leitfähigkeit

Bei einem führenden Hersteller von elektrischen Steckverbindern konnte eine überlegene vorteilhaftere Alternative zum dort genutzten, traditionellen Crimpverfahren umgesetzt werden. Diese Zusammenarbeit führte zu einer bemerkenswerten Verbesserung der elektrischen Leitfähigkeit und der Zuverlässigkeit der Verbindungen.

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Vliessstoff mit ultraschallgeschweißtem Muster
Beckmann Converting

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Seit über 40 Jahren ist das Familienunternehmen The Strainrite Companies weltweit führend in der Filtration in Branchen wie der Biopharmazie, Elektronik und der Getränkeindustrie. Durch ein optimiertes Sonotroden-Design gelang es dem Unternehmen, in nur 30 Tagen einen ROI von 944 % zu erzielen und zusätzlich ihren Gewinn um 120.000 $ zu steigern.

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Apra-plast

Die händische Einsenkung von 18 Messingbuchsen in einen Kunststoffrahmen für ein Steuergerät war für den Produzenten ein aufwändiger und damit kostenintensiver Prozess. Mit dem Ultraschallschweißen bot sich eine effiziente Alternative, die die Taktzeiten erheblich verkürzte und sich dadurch auch finanziell lohnte – trotz geringer Stückzahlen.

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Feste und optisch ansprechende Verbindungen: Beides waren maßgebliche Kriterien für die Produktion des neuen elektronischen Textilerfrischers FreshUp. Um sie zu erfüllen, entschied sich die BSH Hausgeräte GmbH für Ultraschall als die am besten geeignete Fügetechnologie.

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Als einer der weltweit führenden Entwickler kundenspezifischer Lithium-Ionen-Batteriezellen im Batteriesegment verfolgt CUSTOMCELLS® eine möglichst geringe Ausschussrate in der Batterieproduktion bei maximaler Prozesssicherheit. Für die Verschweißung ihrer Applikationen greift das Entwicklungs- und Serienfertigungsunternehmen deshalb in einer Produktionslinie auf die Ultraschalltechnologie zurück.

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Für die Versiegelung einer Membran in einem Notentgasungssystem suchte KACO nach einem präzisen und schnellen Fügeverfahren. Dank der engen Zusammenarbeit konnte Herrmann Ultraschall nicht nur den idealen Schweißprozess für diese Vorgaben entwickeln, sondern auch weitere Anwendungsgebiete der Ultraschall-Technologie aufzeigen und damit die Produktion des Systems noch effizienter gestalten.

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Downloads

Broschüre: Grundlagen Metalle
AUTOMOTIVE, BATTERY pdf 2 MB pdf 1 MB pdf 2 MB
Broschüre: Grundlagen Packstoffe
CONSUMER, FOOD pdf 669 KB pdf 670 KB pdf 679 KB pdf 711 KB pdf 713 KB pdf 2 MB
Broschüre: Grundlagen Vliesstoffe
HYGIENE, MEDICAL pdf 1 MB pdf 1 MB pdf 1 MB pdf 1,002 KB
Broschüre: Grundlagen Kunststoffe
AUTOMOTIVE, CONSUMER, ELECTRONICS, MEDICAL pdf 944 KB pdf 2 MB pdf 1 MB pdf 946 KB pdf 2 MB pdf 1 MB

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