Smart Service. No Headache.
Automatisierung in der Verpackungsbranche – Chancen und Voraussetzungen
Nachhaltigkeitsziele, die europäische Verpackungsordnung, Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR), die wachsende Nachfrage nach post-consumer recycelten (PCR)-Inhalten sowie der anhaltende Fachkräftemangel verändern die Art und Weise, wie Verpackungen gestaltet und produziert werden.
Produktionssysteme der Verpackungsindustrie werden immer schneller, intelligenter und vernetzter. Aber Technologie allein schafft keinen Mehrwert. Verpackungshersteller benötigen Lösungen, die einfach zu bedienen, einfach zu warten und flexibel skalierbar sind.
Die eigentliche Herausforderung besteht heute nicht mehr darin, neue Technologien einzuführen, sondern die wachsende Komplexität von Verpackungsprozessen erfolgreich zu beherrschen.
Wichtig sind dabei vor allem drei Faktoren, die darüber entscheiden werden, wer sich einen langfristigen Wettbewerbsvorteil sichern kann.
1. Einfache Bedienung trotz komplexer Technik
Moderne Verpackungslinien erreichen heute höchste Produktivitätsniveaus. Gleichzeitig stehen Unternehmen vor der Herausforderung, Personalengpässe und begrenztes technisches Fachwissen auszugleichen.
Bediener müssen zunehmend komplexe Anlagen steuern und dabei kontinuierlich Qualität, Effizienz und Prozesssicherheit gewährleisten.
Die Antwort ist nicht weniger Automatisierung, sondern intelligentere Automatisierung.
Technische Komplexität sollte im Hintergrund arbeiten, während die Bedienung für Anwender einfach, transparent und zuverlässig bleibt. Erfolgreiche Lösungen verbinden hohe Leistung mit intuitiver Bedienbarkeit, einfacher Wartung, zuverlässigem Support und nachhaltiger Unterstützung im Produktionsalltag.
2. Der Aufstieg der datengetriebenen Fertigung
Gleichzeitig werden Produktionsdaten zu einer der wertvollsten Ressourcen in der Verpackungsproduktion. Mit steigenden Anforderungen an Nachhaltigkeit, Rückverfolgbarkeit und Dokumentation gewinnen Transparenz und Datennutzung zunehmend an Bedeutung.
Zu wichtigen Fertigungs- und Nachhaltigkeitsdaten gehören:
- Materialzusammensetzung
- PCR-Inhalte
- Recycelbarkeitsleistung
- Produktionsdaten
- Nachhaltigkeitskennzahlen
Viele Unternehmen sind weiterhin auf Tabellenkalkulationen, PDFs und nicht zusammenhängende Systeme angewiesen. Dies erschwert Transparenz, verlangsamt Entscheidungen und begrenzt das Optimierungspotenzial.
Richtig eingesetzt, können sie sich aber zu einem strategischen Erfolgsfaktor für höhere Prozessstabilität, mehr Transparenz und bessere operative Steuerung.
Neue Chancen durch digitale Produktion
- Echtzeit-Prozessüberwachung
- Materialrückverfolgbarkeit
- Qualitätssicherung
- Prädiktive Erhaltung
- KI-gestützte Prozessoptimierung
- Nachhaltigkeitsberichterstattung
3. Smart Services schaffen Mehrwert über die Maschine hinaus
Unternehmen erwarten heute mehr als eine leistungsfähige Maschine. Gefragt sind Lösungen, die dauerhaft zu einer hohen Produktionsleistung beitragen sowie Leistung während des gesamten Lebenszyklus ihrer Produktionssysteme.
Smart Services verwandeln den Support von reaktiver Fehlersuche in proaktives Leistungsmanagement.
Inhalt von Smart-Service-Lösungen
- Ferndiagnose: Schnelle Problemidentifikation und verkürzte Reaktionszeiten
- Prädiktive Wartung: Früherkennung potenzieller Ausfälle vor ungeplanten Stillständen
- Digitale Prozessunterstützung: Kontinuierliche Prozessoptimierung auf Basis von Produktionsdaten
- Expertenzusammenarbeit: Direkter Zugang zu Anwendungs- und Prozessspezialisten
Das Ergebnis sind höhere Anlagenverfügbarkeiten, bessere OEE-Werte (Overall Equipment Effectiveness), geringere Ausschussraten und mehr Sicherheit im Produktionsalltag.
Fazit: Zusammenarbeit ist der echte Wettbewerbsvorteil
Kein Unternehmen kann die Ziele der Kreislaufwirtschaft allein erreichen.
Nachhaltige Innovation erfordert die Zusammenarbeit zwischen Markeninhabern, Einzelhändlern, Konvertern, Materiallieferanten, Maschinenherstellern, Technologieanbietern und Recyclingunternehmen.
Werden Materialauswahl, Maschinenanforderungen, Nachhaltigkeitsziele und Produktionsprozesse frühzeitig aufeinander abgestimmt, lassen sich Komplexität reduzieren und Innovationszyklen beschleunigen.
Die Entwicklung erfolgreicher Verpackungslösungen basiert daher zunehmend auf vernetzten Wertschöpfungsnetzwerken statt auf isolierten Einzeltechnologien.
Wie lässt sich Automatisierung intelligent und zukunftsfähig in der Verpackungsbranche nutzen? Das war Thema unseres Live-Talks auf der interpack 2026.
Mit dabei:
- Dagmar Glatz (dm-drogerie markt GmbH + Co. KG)
- Thomas Reiner (Berndt & Partner)
- Olaf Clemens (SN Maschinenbau)
- Robert Hueber (Herrmann Ultraschall)
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